Welcher Fallschutz bei welcher Fallhöhe?
Bis 60 cm freier Fallhöhe genügt gewachsener Rasen — ohne Belag, ohne Aushub. Darüber verlangt die EN 1177 einen geprüften stossdämpfenden Boden: 50 mm EPDM bis 1.50 m, 80 mm EPDM bis 2.20 m, Rasengitterwaben bis 2.30 m, fugenloser Belag oder 30 cm Holzschnitzel bis 3.00 m.
| bis 0.60 m | Gewachsener Rasen | kein Belag nötig | 0.– |
| bis 1.50 m | EPDM-Platten 50 mm | geprüfte kritische Fallhöhe | 180.–/m² |
| bis 2.20 m | EPDM-Platten 80 mm | geprüfte kritische Fallhöhe | 180.–/m² |
| bis 2.30 m | Rasengitterwaben | Humus + Ansaat 35.– plus Waben 65.– | 100.–/m² |
| bis 3.00 m | Fugenloser Belag | Unterbau + Deckschicht | 235.–/m² |
| bis 3.00 m | Holzschnitzel 30 cm | jährlich nachfüllen | 22.50/m² |
Preise in CHF, exkl. MwSt, Stand 13.8.2026. Normwerte nach EN 1176/EN 1177.
Die 60-Zentimeter-Grenze entscheidet über das Budget
Der grösste Kostensprung im Spielplatzbau liegt bei 60 cm freier Fallhöhe. Darunter braucht es keinen stossdämpfenden Belag — kein Aushub, keine Platten, keine Entsorgung nach zwanzig Jahren. Ein Wipptier, ein Sandkasten oder ein bodennaher Balancierparcours kostet deshalb ein Vielfaches weniger als ein Turm mit 2 m Podesthöhe, obwohl der Anschaffungspreis des Geräts ähnlich sein kann. Wer knapp kalkuliert, plant den Kleinkindbereich konsequent unter 60 cm.
Platten oder Holzschnitzel: über die Lebensdauer gerechnet
Holzschnitzel sind mit 22.50 pro Quadratmeter die günstigste Anschaffung, verlangen aber jedes Jahr Nachfüllen und alle vier bis fünf Jahre einen kompletten Wechsel. EPDM-Platten kosten 180.– pro Quadratmeter und halten 20 Jahre. Auf einer Fläche von 60 m² und über zwanzig Jahre gerechnet: Holzschnitzel rund 1'350.– Anschaffung plus vier Erneuerungen, Platten 10'800.– einmalig. Der Unterschied schmilzt — und die Platten sind rollstuhlgängig, sauber und im Winter nutzbar.
Rasengitterwaben: die schweizerische Zwischenlösung
Waben werden in den Boden eingebaut, humusiert und angesät. Optisch bleibt es Rasen, tragfähig ist es bis 2.30 m Fallhöhe. Mit 100.– pro Quadratmeter (35.– Humusieren und Ansäen, 65.– Waben) liegen sie zwischen Schnitzel und Platte und passen dort, wo eine Wiese eine Wiese bleiben soll — der häufigste Wunsch bei Gemeinden.
Wie viel Fläche wirklich nötig ist
Der Belag muss den ganzen Fallraum abdecken, nicht nur die Gerätefläche. Bei überlappenden Geräten zählt die zusammenhängende Fläche, nicht die Summe der Einzelzonen — das spart oft zweistellige Quadratmeter. Rechnen Sie 10 % Verschnitt für Zuschnitte und Randabschlüsse. Unser Platztester macht diese Rechnung, während Sie die Geräte setzen.
Häufige Fragen
Ab welcher Höhe braucht ein Spielgerät Fallschutz?
Ab 60 cm freier Fallhöhe verlangt die EN 1177 einen stossdämpfenden Untergrund. Unter 60 cm genügt gewachsener Rasen.
Wie dick müssen EPDM-Fallschutzplatten sein?
50 mm bis 1.50 m freier Fallhöhe, 80 mm bis 2.20 m. Die geprüfte kritische Fallhöhe steht auf jeder Platte und muss die Fallhöhe des Geräts erreichen oder überschreiten.
Was kostet Fallschutz pro Quadratmeter?
EPDM-Platten 180.–, fugenloser Belag 235.–, Rasengitterwaben 100.– (inklusive Humusieren und Ansäen), Holzschnitzel 22.50 pro Quadratmeter.
Sind Holzschnitzel als Fallschutz erlaubt?
Ja, bei mindestens 30 cm Schichtdicke und regelmässiger Kontrolle. Sie verdichten sich und werden verlagert, brauchen also jährliches Nachfüllen.
Wie viel Fallschutzfläche brauche ich?
Den ganzen Fallraum: mindestens 1.5 m um das Gerät, ab 1.5 m Fallhöhe ⅔ × Fallhöhe + 0.5 m. Bei mehreren Geräten zählt die zusammenhängende Fläche plus 10 % Verschnitt.
EN 1177 (Stossdämpfende Spielplatzböden) · EN 1176-1 · Kalkulationsansätze giuadora AG 2026
Geschrieben von giuadora AG — Prüf- und Planungsbüro für Spielplätze, Stand 13.8.2026. Wir prüfen, planen, liefern und montieren mit eigenem Team; die Zahlen sind unsere tatsächlichen Ansätze und keine Schätzungen.







